Anatomie
Kampffische sind Luftatmer und besitzen ein besonderes Organ:
Das Labyrinth.
Deswegen gehören sie auch zur Gruppe der Labyrinthfische.
Der Kampffisch hat 7 Flossen.
Zwei Paarige: Die Bauchflossen (Ventralen) und die Brustflossen (Pectoralen).
Die drei anderen heißen Rückenflosse (Dorsale), Schwanzflosse (Caudale), und Afterflosse(Anale).
Die Pectoralen sind normalerweise farblos und befinden sich hinter den Kiemen.
Die Caudale und die Pectoralen dienen der Fortbewegung, während die anderen Flossen für die Stabilisation zuständig sind.
Der Kampffisch kann seine Flossen aufstellen und je nach Form über das doppelte Vergrößern. Dies nutzt er zum Imponieren um ein Weibchen und zum Verjagen anderer Männchen.
In der Regel sind Männchen und Weibchen bei Kampffischen leicht zu unterscheiden. Meistens sind die Männchen prächtiger gefärbt und haben größere Flossen. Jedoch gibt es auch Ausnahmen, bei z.B. Wildformen und Zuchtformen "Hochzuchten".
Das Labyrinthorgan:
Entwicklungsgeschichtlich ist die Herausbildung des Labyrinthorgans, als eine hochgradige Anpassung an den ungünstigen Lebensraum zu erklären.
Außergewöhnlich hohe Wassertemperaturen zu bestimmten Jahreszeiten bedingen einen äußerst geringen Sauerstoffgehalt des Wassers. Während der Trockenperioden kommt es nicht selten zu einer Verschlammung, bei der das restliche Wasser aus einer undurchdringlichen Brühe besteht. In solchen Gewässern können nur Fische überleben, die weitgehend von der Sauerstoffaufnahme über die Kiemen unabhängig sind.
Das Labyrinthorgan ist ein paarig angelegtes, von Knochenlamellen getragenes, faltenreiches Organ, das mit zartem, stark durchblutetem Gewebe ausgekleidet ist. Es liegt oberhalb der Kiemenbögen unter den Kiemendeckeln.
Während bei anderen Fischen der im Wasser gelöste Sauerstoff durch die Kiemen aufgenommen und verbraucht wird, entnehmen die Labyrinthfische mit ihrem Labyrinthorgan zusätzlich Sauerstoff aus der atmosphärischen Luft oberhalb des Wasserspiegels.
Dazu müssen sie in bestimmten Abständen zum Luft schöpfen zur Wasseroberfläche aufsteigen. Funktionell arbeitet dieses Organ ähnlich wie eine Lunge.
Bei vielen Labyrinthfischen reicht die Kiemenatmung aufgrund entwicklungsbedingter Zurückbildung der Kiemen und gleichzeitiger Ausbildung des Labyrinths nicht aus, um den Fisch ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Diese Labyrinthfische würden sogar ersticken, wenn man sie an der Labyrinthatmung hindern würde.
Bei jungen Labyrinthfischen bildet sich das Labyrinthorgan erst im Alter von ein paar Wochen aus. Wann ist von Art zu Art unterschiedlich. Bis dahin "atmen" sie ausschließlich über ihre Kiemen.
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